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Kirchenregion Neubrandenburg

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie halten den Gemeindebrief der Kirchenregion Neubrandenburg in Ihren Händen, und mit ihm schauen wir auf die Monate März bis Mai. Viel liegt vor uns: Im März wächst die Sehnsucht nach wärmender Sonne, und wir gehen auf die Suche nach den grünen Spitzen und den Frühlingsblühern. Nach unserem kirchlichen Kalender kommt zunächst ein Innehalten, es kreuzt ein kritischer, ehrlich offener Blick unseren Weg, bevor die österliche Freude explodiert. Gehen Sie mit dem Gemeindebrief auf die Suche nach nachdenklichen und anstößigen Atempausen und wohltuender, festlicher Gemeinschaft.

Behütete Monate wünscht Ihnen
Pastorin Charlotte Kretschmann

„So viel du brauchst“

Fasten vom 6. März bis zum 21. April?

In der Friedensgemeinde feiert ganz regelmäßig eine Gruppe eritreischer Christinnen und Christen Gottesdienste. Wenn man mit ihnen über das Fasten ins Gespräch kommt, dann kennen sie mehr Zeiten im Jahr als „wir“. Fastenzeiten, die „wie bei uns“ dazu gehören, sind die Wochen vor dem Weihnachtsfest und die Wochen vor Ostern. Anders ist, dass auch klar ist, worauf verzichtet wird: Auf tierische Nahrungsmittel. Der Kaffee wird ohne Milch getrunken, auf Fleisch wird verzichtet.
In der in Deutschland geprägten Tradition ist es freier. Wir wählen, ob wir auf Schokolade, Fleisch oder das Smartphone verzichten, können aus vielen verschiedenen Angeboten wählen (Fastenkalender oder Fastenbriefe). Man könnte auch sagen: Wir haben die Qual der Wahl.

Eins dieser Angebote ist das Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit mit dem gewählten Bibelvers „So viel du brauchst“. 

„Sieben Wochen vor dem Osterfest innehalten, sich auf das Wesentliche konzentrieren und Gottes Schöpfung mit Herz und Verstand in den Blick nehmen – so lässt sich neu erfahren, was wir brauchen.“ Jede und jeder von uns hat die Möglichkeit, im Kleinen wie im Großen, alleine oder in Gemeinschaft das eigene Leben klimafreundlicher zu gestalten. Denn der Klimawandel gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen und verstärkt weltweit Ungerechtigkeiten.

Mit dem biblischen Leitsatz „So viel du brauchst“ regt die Fastenaktion dazu an, sich Zeit zu nehmen, das eigene Handeln im Alltag zu überdenken, Neues auszuprobieren, etwas zu verändern. Zum Beispiel achtsamer zu kochen und zu essen oder anders unterwegs zu sein. Orte der Einkehr und der Ruhe aufsuchen und sich auf das Wesentliche konzentrieren – auch das sind Impulse der Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Es geht darum zu erfahren: „Klimafasten tut Leib und Seele gut, lässt uns achtsamer werden, weitet den Blick, bereitet auf Ostern vor und verändert mich und die Welt.“

Wenn Sie sich dieser Aktion anschließen, sind Sie nicht allein. In diesem Jahr laden elf evangelische Landeskirchen und drei katholische Bistümer dazu ein, sich von der Aktion inspirieren zu lassen und Fastenideen auszuprobieren. Zu diesen Landeskirchen gehört auch unsere Nordkirche.

Auf der Homepage www.klimafasten.de finden Sie Anregungen und eine Broschüre, die Sie durch die sieben Wochen begleitet. Jede Woche steht dabei unter einem anderen Thema. Man kann ein, zwei oder mehrere Ideen auswählen oder ganz eigene Schwerpunkte setzen. 

Zu den Themen gehören z.B. Zeit für mich und meine Mitgeschöpfe, Zeit für meinen Energiehaushalt oder Zeit für achtsam Kochen und Essen. Im Eine-Welt-Laden bei der Johanniskirche finden Sie Unterstützung für die Wochen mit dem Thema „Zeit für fairen Konsum“.

Der Impuls mit dem Bibeltext für die erste Fastenwoche sieht folgendermaßen aus:
So viel du brauchst ... 
„Als sie alles Gesammelte maßen, da hatten die Vielsammler keinen Überschuss und die Wenigsammler keinen Mangel; sie hatten gerade so viel heimgebracht, wie jede Person brauchte.“ 2. Mose 16,18 

In dieser Woche …

• finde ich eine Struktur für meine Fastenzeit: Zu welchen Zeiten widme ich mich den Themen?
• beginne ich ein Tagebuch: in Stichworten, als Collage mit Zetteln oder Fotos.
• schenke ich dem „Alltäglichen“ Aufmerksamkeit und suche einen anderen Blickwinkel auf meine Umgebung und meine Mitgeschöpfe.
• schärfe ich meine Sinne. Der Frühling beginnt – welche Pflanzen/Tiere umgeben mich, wie entwickeln sie sich?
• besuche ich einen Gottesdienst und danke Gott für die Schöpfung.
• nutze ich meine Phantasie: Wie wäre unser Leben, wenn Achtsamkeit und Verbundenheit mit allem Lebendigen die stärksten Triebkräfte für unser Handeln wären – was würden wir tun oder was sein lassen?
• lerne ich den ökumenischen Übungsweg „erdverbunden“ kennen. https://www.oekumene-ack.de

„Die Menschen machen weite Reisen, um zu staunen über die Höhe der Berge, über die riesigen Wellen des Meeres, über die Länge der Flüsse, über die Weite des Ozeans und über die Kreisbewegung der Sterne. An sich selber aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.“ (Augustinus)

Wenn Sie mögen, können Sie durch Andachtstexte über die Woche geistlich begleitet sein – oder Sie tun sich zu einer kleinen Gruppe zusammen. Die Fastenbroschüre und viele andere Materialien finden Sie auf der Homepage www.klimafasten.de.
Infos  entnommen aus www.klimafasten.de

Charlotte Kretschmann