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Kirchenregion Neubrandenburg

1972 bis 2019 und 1989 bis 2019

In diesem Jahr wird in vielen Medien, Veranstaltungen und Gesprächen das Thema „30 Jahre nach der friedlichen Revolution“ aufgegriffen.
Es wird reflektiert, wie die Menschen seinerzeit mit all den Veränderungen gelebt haben, wie ihre Befindlichkeiten damals waren und heute sind, welche Wünsche sich erfüllten und wo bis in unsere Gegenwart hinein Hoffnungen enttäuscht wurden.
Auch in unserer Friedensgemeinde brachten sich 1989 und danach immer wieder Menschen aktiv in die Veränderungsprozesse ein.
Ich möchte heute daran erinnern, wie sich die Möglichkeiten für unser reges Gemeindeleben nach der Wende verändern konnten.
Anfang 1972 begann Wolfgang Lück mit der Gemeindearbeit in der Neubrandenburger Oststadt und konnte schon bald auf viele ehrenamtliche Helfer zählen. Da es keine kircheneigenen Räumlichkeiten in der Oststadt gab, begann alles in den Wohnungen und wurde bis 1990 auch größtenteils dort weitergeführt. Bibelstunden, Kinderkreis, Christenlehre, Konfirmandenunterricht und Hauskreise bekamen dadurch auch eine sehr private bzw. persönliche Prägung einer engen Gemeinschaft.
Die Gottesdienste fanden dann in der Kirchbaracke in Küssow an der Kirchenruine aus dem 30-jährigen Krieg statt. Gemeindefeste oder größere Festgottesdienste, wie z. B. Konfirmationen, wurden dort unter freiem Himmel gefeiert (und manchmal auch unter vielen bunten Regenschirmen). Da die meisten Gemeindeglieder noch kein Auto hatten, gab es sonntags regelmäßig eine kleine „Völkerwanderung“, um zu Fuß, mit Fahrrad oder Kinderwagen nach Küssow zu kommen. Erst später gab es dann einen „Kirchenbarkas“, der Gottesdienstbesucher im Pendelverkehr hin und zurück brachte.
Nach jahrelangem Kampf mit den staatlichen Organen der DDR um einen Bauplatz für eine Kirche direkt im Wohngebiet Oststadt, gab es erst nach 1989 die Möglichkeit zum Kirchbau.
Durch die friedliche Revolution wurde ermöglicht, dass am 31. Oktober 1990 die Grundsteinlegung für unser Gemeindezentrum auf dem großzügigen Platz neben dem Klinikum erfolgen konnte. Am 9. November 1991 konnte dann die Einweihung unserer Friedenskirche mit großer Dankbarkeit gefeiert werden.
Unsere Kirche gibt uns Gemeindegliedern und vielen Gästen ein geistliches Zuhause und liegt uns bis heute mit all ihren Möglichkeiten für vielfältige Gemeindearbeit sehr am  Herzen.
Füllen wir sie weiterhin mit buntem Leben und mit dem Lobe Gottes!    
Anke Franz

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