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Kirchenregion Neubrandenburg

Alt Rehse

Wer sich von Neubrandenburg aus Alt Rehse mit dem Fahrrad nähert, um vielleicht den Tollensesee zu umrunden, sollte genug Zeit für eine Pause etwa in der offenen Kirche einplanen. Sicherlich locken auch die kulinarischen und künstlerischen Angebote in der Nachbarschaft und ein wunderbarer Spielplatz. Das Lindenblütenfest vom 21. bis 23. Juni zieht viele Besucher und Gäste an und nicht zuletzt ist Alt Rehse schon 1182 urkundlich erwähnt und man darf vermuten, dass es noch viel älter ist.

Im ehemaligen Limnologischen Institut hat die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte gegenwärtig ihre Ausstellungen zur Geschichte der „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft“, die zwischen 1935 und 1941 in Alt Rehse 12.000 Ärzte, Apotheker und Hebammen durchliefen. Die Ausstellung: „Alt Rehse und der gebrochene Eid des Hippokrates“ wird durch weitere kleine Ausstellungen etwa zum KZ Ravensbrück ergänzt. Am Lern- und GeDenkOrt werden nach Rücksprache auch für Gruppen Führungen angeboten, die anhand der Ausstellung aufzeigen, wie in Alt Rehse Ärzte auf die Euthanasie vorbereitet wurden und wie die NS-Ideologie der „Rassenhygiene“ Grenzen in der Medizinethik verschoben hatte.
In Alt Rehse spiegelt sich im Gästebuch der offenen Kirche wider, dass viele Besucher dankbar sind für diesen Ort des Gebets und der Einkehr. In Alt Rehse gibt es gegenwärtig viel Aufbruch zu erleben, auch manche Debatte, aber zunächst positiv immer auch das Bemühen, miteinander im Gespräch zu sein. Das Lindenkino im Dorfgemeinschaftshaus, das Bistro im Park, das kleine Café neben der Kirche und nicht zuletzt auch unweit der Kirche eine interessante Bücherbox laden neben den Ausstellungen dazu ein, zu verweilen und auch manche Kontroverse auszuhalten.
Bernhard Hecker

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