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Kirchenregion Neubrandenburg

30 Jahre Dreikönigsverein
30 Jahre gelebte Ökumene
30 Jahre Neubrandenburger Geschichte nach der Wende

Im November 1991 wurde in Neubrandenburg der Dreikönigsverein gegründet. „Ziel des Vereins ist es, über konfessionelle Grenzen hinweg, unabhängig von politischen Parteien und im Geist von Demokratie und Toleranz soziale und christliche Initiativen zu unterstützen, christlich-humanistische Kunst, Kultur und Bildung zu fördern sowie sich für eine umfassende Völkerverständigung einzusetzen.“ Diese Formulierung findet sich in der Satzung des Vereins, der seit drei Jahrzehnten unsere Stadt, unser Bundesland und die Menschen hier geprägt und berührt hat. Anlässlich des Jubiläums habe ich mit Rainer Prachtl, dem Vorsitzenden des Vereins, gesprochen.

Welche Aufgaben und Ideen prägten den Verein in der ersten Zeit?
Erstens: Uns lag es am Herzen, eine besondere Bildungsarbeit anzubieten, indem wir Jugendliche nach Israel schickten, sicher auch ein Stück missionarisches Wirken.
Zweitens: Das soziale Handeln der Kirchen wurde nie groß gewürdigt zu DDR-Zeiten, deshalb gibt es den Siemerling-Sozialpreis. Um freie Träger und Initiativen zu ermutigen und zu fördern, wurde von der Dreikönigs-Stiftung ein Sozialpreis für Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen. Er soll innovative und effektive Projekte und Initiativen im sozialen Bereich würdigen und engagierte Personen oder Gruppen auszeichnen. Für mich war klar, dass die evangelische Kirche den 1. Preis bekommen muss. Das war der Michaelshof… Eine zweite Ehrung gab es da noch im St. Annakrankenhaus in Schwerin und viele weitere.
Als drittes haben wir uns gedacht: Lasst uns doch Dinge zelebrieren, wo die Schwelle nicht so hoch ist. Der 6. Januar ist an und für sich wie ein kleines Abendmahl. Es ist natürlich kein Gottesdienst, aber wir singen, wir beten… Mir hat ein Mann aus einem DAX-Unternehmen aus Berlin gesagt: „Herr Prachtl, was sie hier machen, ist so schön, das würden wir uns in Berlin gar nicht trauen. Das wird mit so einer Selbstverständlichkeit gemacht, gesungen und gebetet mit so vielen Menschen.“
Später kam der Hospizdienst hinzu. Wir wollten sozial etwas tun, wo wir keinem etwas wegnehmen. Das haben wir mit dem Hospiz geschafft. Das ist unser Leuchtturm, den es 25 Jahre gibt. Etwa 3.000 Menschen haben wir begleitet auf dem zumindest irdisch letzten Lebensweg. Die Idee, dass wir alle zum Priestertum berufen sind, zeigt sich in den Andachten, die von Menschen unterschiedlichster Couleur dort gehalten wurden.

Ein besonderes Erlebnis, dass Du mit dem Dreikönigsverein verbindest:
Die größte Geschichte ist gewesen, dass wir mit Gorbatschow 48 Stunden zusammen waren. Das wir, weil es ja der russische Weihnachtstag war, der 6. Januar, deutsche und russische Weihnachtslieder gesungen haben, dass wir uns über den Glauben unterhalten haben… Gorbatschow war mit das Bewegendste.
Und alles andere, da ist so ein guter Geist; wir sind vom heiligen Geist getragen worden, davon bin ich felsenfest überzeugt. Da ist was gewachsen, wo ich nur staune.

Wenn der Verein einst fünfzig wird…
was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich würde mich freuen, wenn all das, was wir aufgebaut haben, im guten Sinne weiter läuft, die drei Bereiche: Verein, Stiftung und Hospiz. Wenn der Dreikönigsverein sein 50. Jubiläum feiert, wünsche ich mir, dass die ethisch christlichen Gedanken des Dreikönigsvereins weitergetragen werden, dass das christliche Sein des Vereins nicht verloren geht, vielleicht auch mit Kreativität neue Dinge erschlossen werden.

Was gehört für dich zu den wichtigsten christlich-ethischen Gedanken?
Wirklich praktizierte Nächstenliebe, dafür zu sorgen, dass es Bildung, Bildungsangebote gibt, und das Gebet… Die Wahrheit ist nicht vorgegeben, die Wahrheit ist uns aufgegeben.

In diesem Sinne wünschen wir dem Verein, seinen Förderern, Mitgliedern, aber vor allem den Menschen, die der Verein unterstützt und begleitet, Gottes reichen Segen.
Pastorin Christina Jonassen

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