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Kirchenregion Neubrandenburg

Der Fisch

(Christliche Bilder und Symbole)

Vielleicht haben Sie ja auch einen Fischaufkleber auf der Heckscheibe Ihres Autos und machen damit deutlich: Ich bin ein Christ. Es ist kein kunstvoll gemalter Fisch wie etwa Nemo, sondern immer nur ein ganz einfacher: zwei gekrümmte Linien und fertig ist das Erkennungszeichen oder besser „Bekennerzeichen“.

Dieses Zeichen ist sehr alt, es wurde schon von den ersten christlichen Gemeinden be-nutzt, vor allem in Zeiten der Verfolgung, als z.B. die Stadt Rom im Jahr 64 durch ein Feuer zerstört wurde und Kaiser Nero die Christen dafür verantwortlich machte. Die Christen retteten sich vor Verfolgung, indem sie in den Untergrund gingen. Sie trafen sich zu den Gottesdiensten in den Katakomben Roms. Um sich zusammenzufinden, brauchten sie ein geheimes Erkennungszeichen: den Fisch, einfach gemalt oder eingeritzt in die Wände der Katakomben oder anderen Orten. Es wurde „ihr“ Zeichen, man erkannte einander daran: einer malte den oberen Bogen in den Sand, der andere vervollständigte mit dem unteren Bogen, der Fisch war fertig und beide wussten: wir sind Christen.

Warum nun gerade ein Fisch? Es ist ein Akrostichon, ein Buchstabensymbol, bei dem die Wortanfänge hintereinander gelesen einen Sinn ergeben. „Fisch“ heißt auf Griechisch „Ichthys“  und kam damals schon fast einem Glaubensbekenntnis gleich. Jeder Anfangsbuchstabe bedeutete ein Wort:
IH?OY? - Iesous - Jesus
XPI?TO? - Christòs -Christus 
?EOY- Theou -Gottes
YIO? - Hyiòs - Sohn
??THP - Sotér - Erlöser

Also: Jesus Christus, Gottes Sohn, der Retter oder als Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Jesus Christus, Gottes Sohn, den Retter.

Da in der damaligen Zeit das Altgriechische im gesamten Mittelmeerraum gesprochen oder zumindest verstanden wurde (es war eine Art Handelssprache, vergleichbar etwa mit dem Englischen heute), verstanden die Menschen seinerzeit die Bedeutung des Fisches mühelos.

Natürlich gibt es auch noch andere christliche Symboldeutungen des Fisches, eine davon ist die Taufe als „Rettung der Gläubigen aus dem Meer der Welt“, schließlich wollte Jesus seine Jünger zu Menschenfischern machen. Christen werden deshalb in sehr alten Texten gern als Fische bezeichnet, die im Wasser der Taufe schwimmen. Auch in alten Abendmahlsdarstellungen, wie z.B. der im Naumburger Dom von etwa 1250, ist der Fisch gegenwärtig, hier symbolisiert er den Leib Christi. Tritt der Fisch in Verbindung mit Brot auf, ist er ein Hinweis auf die wundersame Brotvermehrung und damit auf die Wundertaten Jesu schlechthin.

Im 3./4. Jh. verschwand das Symbol des Fisches allmählich, es geriet in Vergessenheit, bis in den 60ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ein paar australische Studenten ein lustiges christliches Logo suchten und fanden und damit dem Fisch eine Renaissance bescherten.              
                                                                                      Erika Gebser

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