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Kirchenregion Neubrandenburg

So stellt sich Michelangelo „David“ in vollkommener Schönheit vor. Hier auf dem Marktplatz in Florenz.

Kennen Sie David?

Was sonst noch in der Bibel steht

Zu den Personen aus der Bibel, deren Namen man vielleicht schon mal gehört hat, gehört bestimmt David. Der große König David, der um 1000 v. Chr. der einzige König Israels gewesen war, der das Reich als ein geeintes Reich regierte. Viele Geschichten und viele Episoden und Erzählungen ranken sich um diesen großen König. In den Lesungen der Weihnachtsgeschichte wird jedes Jahr neu auf David verwiesen. Josef sei ein Nachkomme aus dem Geschlecht Davids gewesen.
Doch die Königsherrschaft war das eine. Da gibt es so viele andere Geschichten um diesen wahrhaft besonderen Menschen. Besonders war er in vielerlei Hinsicht.

Die Familie Davids stammt aus Bethlehem. Davids Vater Isai ist der Enkel von Rut und Boas. Dabei ist Rut gar keine Israelitin, sondern eine Moabiterin. Obwohl sie mit Repression rechnen musste, kam sie als Fremde/ als Migrantin nach Israel. Nach Verwicklungen und Dramen heiratete sie den Grundbesitzer Boas. So also sieht es aus im Stammbaum von David und Josef, dem menschlichen Vater Jesu.
David selbst hatte elf Brüder, er war der jüngste und kleinste, ein Hirtenjunge.
Eines Tages bekam der Prophet Samuel den Auftrag in das Haus des Isai zu gehen, weil aus diesem Geschlecht der neue König Israels kommen soll. Bei allen elf Brüdern, die der Vater dem Propheten vorstellte, winkte dieser ab. Jene seien es nicht. Erst mit Zögern ließ der Vater den Jüngsten vom Feld holen. Es schien unvorstellbar, dass dieser vom Propheten gesalbt werden sollte. Doch er war es. Mit einer Zeremonie mit einem Ölguss wurde David gesalbt, auch wenn es noch Jahre dauern sollte, bis diese Verheißung real und wahr werden sollte. In diese Episode hinein gehört dieses bekannte und nachdenkenswerte Wort „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an“. König Saul, der das Land gerade regierte, litt an Depression (so die heutige fast einhellige Meinung der Wissenschaft).
Um mit seiner Krankheit klar zu kommen, ließ er nach einem Menschen suchen, der für ihn Musik machen konnte. Dabei geriet er an David, diesen Hirtenjungen, der wohl wunderbar Harfe spielen konnte. Der König ließ den harfespielenden Hirtenjungen an den Hof bringen, und dieser musizierte für den König, so dass es ihm besser ging. Wir lesen hier also von den ersten Anfängen einer „musikalischen Therapie“. So kommt David an den Hof.
Viele Psalmen der Bibel stammen später aus der Feder von David, als Musiker und Künstler textete er und komponierte Lieder. Seine Psalmen waren ge-sungene Gebete.
So jedenfalls ist David nah am König, als die Armee der Philister das Land bedroht, als ein Kämpfer für den Kampf gegen ihren Anführer Goliath gesucht wird. Als sich niemand aus Furcht vor diesem Riesen fand, übernahm David mit seiner Hirten-Stein-Schleuder die Angelegenheit mit bekanntem Ausgang. Der Kampf „David gegen Goliath“ ist schließlich sprichwörtlich geworden.
Für heute möchte ich diese Davidsgeschichte mit einem weiten Vorblick auf seine Regierungszeit abschließen. Als er König war, wurde die Bundeslade, in der die Tafeln der 10 Gebote aus der Zeit der Wüstenwanderung aufbewahrt wurden, nach Jerusalem geholt. Da er schließlich ein zutiefst religiöser Mensch war, tanzte er als König in aller Öffentlichkeit so dermaßen vor Freude und Überschwang, dass es seiner Frau richtig peinlich war, wie kindisch sich David benommen hatte.
Die andere Sichtweise könnte sein, dass wir es bei David mit einem überaus differenzierten Menschen zu tun haben. Kreativ und zielstrebig, gottgläubig und doch mit viel Schuld und Versagen.
Für heute ist an dieser Stelle Schluss. Möchten Sie selbst mehr lesen, schauen Sie in der Bibel in den Samuelbüchern nach. Es lohnt sich.
Pastor Jörg Albrecht

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