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Kirchenregion Neubrandenburg

Der Blick in die Glaskugel

Bei Redaktionsschluss für diesen Gemeindebrief Anfang August hatte das musikalische Leben wieder Fahrt aufgenommen: die Mittagsmusiken finden statt, die Orgeltage stehen vor der Tür, und die Chöre haben zu proben begonnen (ein kleines Wunder: während an vielen Orten die Teilnahme wegbricht, sind die Chöre von St. Johannis erfreulich stabil). Wir wissen allerdings alle, dass momentan Termine immer nur Absichtserklärungen sind.

Daher nach wie vor die Bitte: behalten Sie im Auge, was sich kirchenmusikalisch so tut.
Über www.musik-an-sankt-johannis.de oder Facebook (musik-an-sankt-johannis) oder über das Infotelefon 0395/ 56  39  17  72 (nur Ansagen) erhalten Sie aktuelle Informationen.
Zum Glück gibt es ein in den letzten Jahren bewährtes Termin-Raster, an dem Sie und ich mich orientieren können: die Monatskonzerte (nächste Termine am 10.10. und 11.11., jeweils 19:30 - wo und was auch immer), die Atempausen im Advent (immer am Freitag vor den Adventssonntagen um 17 Uhr eine 3/4 Stunde Orgelmusik und Texte, das erste Mal also am 26.11.) und der traditionelle Konzerttermin am 1. Advent. Hoffen wir, dass wir viele von diesen Terminen mit Leben füllen können!
Wer in einem der Chöre von St. Johannis mitsingen mag, ist herzlich eingeladen, sollte aber möglichst vorab Kontakt mit mir aufnehmen, um einen aktuellen Terminplan zu bekommen.

Auf Wiederhören!
Christian Stähr

Generöse Flut-Hilfe

Die Flut prägt das Gemeinde-Leben

Das Monatskonzert am 08.08. war das erste nach zehn Monaten, gesungen von dem Vokalkreis „Männerzeit“, der damit ihr 15jähriges Bestehen feierte. Mit den Bildern von der Flut-Katastrophe im Rheinland vor Augen schlug ich vor, daraus ein Benefizkonzert zu machen und eine konkrete Gemeinde zu unterstützen, von der ich wusste, dass die Kirchenmusik eine tragende Rolle spielt - und vielleicht auch bei der emotionalen Bewältigung der Flut-Folgen helfen: die Ev. Kirchengemeinde Leichlingen, mit einer Kirche aus dem 18. Jahrhundert idyllisch und gefährlich an der Wupper liegend. Von dort gibt es einen Bericht:

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli traf das Hochwasser der Wupper die Stadt Leichlingen. Der gesamte Stadtkern wurde überschwemmt, auch die evangelische Kirche mit dazugehörigem Gemeindehaus.

Diese Truhenorgel (hier im März zur Einweihung) muss nach der Flut renoviert werden

„Über 60 cm hoch standen Schlamm und Wasser in der barocken Kirche“, berichtet Kantor Carsten Ehret. „Das komplette Gemeindehaus musste leergeräumt werden. Der Teppich im Erdgeschoss wurde entfernt. Alles, was im Keller lagerte und mit dem schmutzigen Wasser in Berührung gekommen ist, musste raus – darunter auch Noten und Musikinstrumente.“ Die eigentliche Wiederaufbauarbeit fängt jetzt erst an: „Wir bekommen eine neue Heizung, neue Böden, Schränke und Regale“, zählt Ehret auf, der auf einen wichtigen Termin noch wartet: In ein paar Tagen kommt der Orgelbauer und sieht sich die brandneue Truhenorgel an, die erst vor wenigen Monaten eingeweiht wurde und ebenfalls in der Kirche stand, als das Wasser kam. „Die neue Truhenorgel war ein wichtiger Bestandteil unserer kirchenmusikalischen Arbeit: Gerade unter Corona-Bedingungen wollten wir ein mobiles Instrument, das an verschiedenen Orten erklingen und Menschen neu für die Musik begeistern kann.“ Unterkriegen lässt man sich in Leichlingen von alledem nicht. „Natürlich ist das ein herber Schlag“, so Ehret, „aber wir sind dankbar über jede Form der Unterstützung.“ Der Leichlinger Orgelsommer, eine überregional bekannte Konzertreihe, konnte zwei Wochen nach dem Hochwasser wieder aufgenommen werden, ebenso wie die Gottesdienste am Sonntag. Der Posaunenchor probt noch im Freien, und Chöre und Orchester weichen bei schlechtem Wetter in die mittlerweile wenigstens schlammfreie Kirche aus.

Das Publikum des Monatskonzerts war generös, und so können jetzt über 1.800 € für die Renovierung der gerade 5 Monate alten Truhenorgel von Neubrandenburg nach Leichlingen fließen. Das ist, denke ich, nicht nur ein namhafter Betrag, sondern vor allem eine Ermutigung. Danke, dass wir solch einen Gruß gen Westen schicken konnten!

Christian Stähr