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Kirchenregion Neubrandenburg

Krankenhausseelsorge

Schritte wagen im Vertrauen

iebe Gemeindebriefleserinnen und -leser,
etwas Neues wagen, das hat schon immer mein Leben begleitet. Zurückblickend auf die mehr als 30 Jahre beruflicher Tätigkeit in verschiedenen Werken und in unterschiedlichsten Funktionen, erlebte ich die neuen Schritte immer als für mein Leben sehr gewinnbringend.

Nach meiner theologischen Ausbildung durfte ich meine ersten Schritte als Gemeindepädagoge in der Ev.-luth. Andreasgemeinde Neumünster in Schleswig-Holstein gehen. Diese besondere Zeit in der Kinder- und Jugendarbeit prägte mich und weitete meinen Raum.

Von dort zog es mich in die große weite Welt. Ich begleitete eine Arbeit, die sich um Straßenkinder in Brasilien kümmerte. Meine Frau und ich leiteten in der Stadt Ijui, Rio Grande do Sul, Brasilien, eine Tagesstätte für 120 Straßenkinder, in einer sogenannten Favela. Diese Schritte waren erfüllt von Einfachheit und dem Erleben, dass man mit wenig im Leben auskommen kann.

Nach diesem Einsatz kehrten wir als Familie (unser Sohn Filipe ist in Brasilien geboren) wieder nach Schleswig-Holstein zurück, und für mich öffnete sich eine neue Tür in die Behindertenarbeit beim Landesverein für Innere Mission, einem großen Diakonischen Träger in Schleswig-Holstein. Ich qualifizierte mich als sonderpädagogische Fachkraft. Die Arbeit an und mit Menschen mit Behinderung erlebte ich als eine so dankbare, bereichernde und wertvolle Erfahrung.

Es schlossen sich weitere Schritte an, die ich/wir im Vertrauen auf Gott gingen, und so kamen wir im Jahr 2002 nach Neubrandenburg. Dort wurde ich als Gemeinschaftsprediger in die Landeskirchliche Gemeinschaft in den Gemeindedienst berufen. Die Begegnung mit Gemeindegliedern, die einen ganz anderen Hintergrund und eine ganz andere Geschichte hatten, ihre Offenheit und Herzlichkeit, ihre Aufnahmebereitschaft, das hat uns sehr bewegt.

Eine weitere Herausforderung begann für mich 2011 als theologischer Mitarbeiter in den Diakoniewerkstätten Neubrandenburg, ebenfalls eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Ich konnte dort mit den Beschäftigten der Werkstatt wie auch mit den Mitarbeitern neue Räume des Glaubens erschließen, entdecken und finden. Ich durfte Menschen in ihren ganz unterschiedlichen Lebensphasen ein Stück des Weges begleiten und ihnen zur Seite stehen.
Diese Schritte prägten wiederum mein Unterwegssein mit Gott und bereicherten mein Leben auf ganz wunderbare Art und Weise.

Jetzt darf ich neue Schritte wagen im Vertrauen auf einen guten Weg und bin seit dem 1. Juni 2021 als Krankenhausseelsorger im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum angestellt. Für mich schließt sich damit ein Kreis, der vor 30 Jahren mit meiner Berufung in den hauptamtlichen Dienst begann, gefolgt von unterschiedlichsten Tätigkeiten, von unzähligen Erfahrungen, von lebensverändernden Einschnitten in meinem Leben. Alles das hat mich, meinen Glauben, meine Sicht auf die Welt und auf den Menschen geprägt, herausgefordert und bereichert.

Mein Wunsch und mein Gebet ist, dass all diese Erfahrungen mir in meiner neuen Tätigkeit als Krankenhausseelsorger helfen werden, den Patientinnen und Patienten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum zu begegnen und, wenn sie es möchten, ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten, ihnen zuzuhören und gemeinsame Räume des Glaubens zu entdecken.

Ich möchte schließen mit einem Lied von Clemens Bittlinger:
„Schritte wagen im Vertrauen“
„Schritte wagen im Vertrauen auf einen guten Weg.
Schritte wagen im Vertrauen, dass letztlich er mich trägt.
Schritte wagen, weil im Aufbruch ich nur sehen kann:
Für mein Leben gibt es einen Plan.“

Ich wünsche auch Ihnen Gottes Segen auf Ihrer Lebensreise. Bleiben Sie behütet und bewahrt.

Ihr Fred Budnik