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Kirchenregion Neubrandenburg

Monatsspruch Dezember 2014

Die Wüste und Einöde
wird frohlocken,
und die Steppe
wird jubeln
und wird blühen
wie die Lilien. Jesaja 35,1

Haben Sie die Wüste oder die Steppe schon einmal blühen sehen? Das ist ein faszinierendes Erlebnis! Denn dort, in diesem lebensfeindlichen Raum, wo sonst kaum etwas wächst und gedeiht, da grünt und blüht es plötzlich. Da explodiert förmlich das Leben! Das triste Sandgrau wird abgelöst von bunter Farbigkeit!
Alle paar Jahre passiert das nur, wenn es einmal ausreichend Regen gibt. Und für die Menschen in Israel ist dies jedes Mal aufs Neue ein großes Wunder Gottes, über das sie nur staunen können. Gott verwandelt Einöde in Jubel und Wüste in einen blühenden Garten.
Ich habe in meinem Leben auch einmal solch ein Wunder erlebt. Es war im Herbst 1989.
Im heißen Herbst, in dem die Mauer fiel. Und alles war plötzlich ganz anders! 
Da, wo Menschen bisher lethargisch und resigniert waren, da war plötzlich Aufbruchswille und Freude. Da nahmen die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand und ließen sich nicht mehr bevormunden und drangsalieren. Sie wollten nicht mehr länger zusehen, wie sie von einem Haufen weltfremder Funktionäre und Greise regiert wurden. Sie hatten genug vom Verfall der einstmals schönen Städte, vom wirtschaftlichen Niedergang und der Zerstörung der Umwelt. Und davon, dass ein ganzes Volk im Stubenarrest gehalten wurde. Genug damit, wir sind das Volk!
Mit Zittern und Zagen gingen die Menschen auf die Straßen, einfach, weil es so nicht weitergehen konnte! Und das, was keiner für möglich gehalten hatte, das gelang tatsächlich. Das System, das uns immer so stark erschien, das geriet ins Wanken. Es hatte längst seinen inneren Halt verloren und brach nun in sich zusammen.
Und da war plötzlich der Raum für neues Leben, für Hoffnung, für Jubel und Freude! - Freiheit!
Die ehemalige Einöde wurde zum Ort eines riesigen Volksfestes, das monatelang andauerte. Weih-nachten am Brandenburger Tor! Das war das schönste Weihnachtsfest, das ich bisher erlebt hatte!
Nun konnte alles neu werden! Ganz neue Möglichkeiten taten sich auf. Wir hatten große Träume. Wir schmiedeten Pläne. Manche davon konnten wir realisieren. So vieles ist neu entstanden um uns her. Und ich meine, unser Land blüht! Auch wenn es sicher noch manche trostlose Ecke in unserem Land gibt. Und doch ist aus der Einöde ein blühender Garten geworden.
Dafür bin ich sehr dankbar. Das ist Gottes großes Geschenk an uns. Lobt den Herrn!
                                                                        Pastor Mathias Kretschmer

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