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Kirchenregion Neubrandenburg

Eingang Museum

Teil 10: Der Museumsneubau (Ende)

Die Geschichte des Neubrandenburger Franziskanerklosters

Nach der Wiederherstellung der Deutschen Einheit wurde deutlich, dass die Klosterflügel stark sanierungsbedürftig waren. Der Zahn der Zeit hatte an den Gebäuden seine Spuren hinterlassen. Angesichts der nötigen Instandsetzungsarbeiten erneuerte man den Entschluss, die historischen Räume museal zu nutzen. Anfänglich gehörten zum Planungsgebiet des neuen Museumsdomizils der nördliche Abschnitt des Westflügels, der Nordflügel sowie der Ostflügelstandort. Schnell entstand ein Konzept, das die Schaffung von Arbeits-, Ausstellungs- und Magazinräumen für die Unterbringung des gesamten Museums vorsah. Da die vorhandenen Flächen zur Realisierung des ambitionierten Vorhabens nicht ausreichten, löste man das Problem mit der Projektierung eines Neubaus am Ostflügelstandort sowie eines Kellers im nördlichen Klosterhofabschnitt. Das multifunktionale Kellergeschoss sollte den Sanitärtrakt, die Haustechnik und Depots aufnehmen. Den von der Stadt ausgelobe Wettbewerb für die Verwirklichung des Vorhabens gewann 1997 das Rostocker Architektenbüro Jastram & Buttler. Leitgedanke des Siegerprojektes war die Schaffung eines transparenten Museums mit raumspezifischer Ausleuchtung. Der helle, gläserne Neubau an der Stargarder Straße sollte sich klar von der baulichen Altsubstanz abgrenzen. In der historischen Kulisse plante man eine moderne stadtgeschichtliche Ausstellung, die das einzigartige Gepräge der Backsteingotik besonders würdigt. Weil sich mit dem Museumsneubau massive Eingriffe in denkmalgeschützte Strukturen abzeichneten, wurden ausgedehnte Ausgrabungen und Bauwerksanalysen durchgeführt. Die bauvorbereitenden Untersuchungen erbrachten entscheidende Erkenntnisse zur Historie der Anlage. Im Zuge dieser Arbeiten hatte man den Nordflügel entkernt. Bei den Bauarbeiten wurde 1995/96 im Obergeschoss eine massive Stahlbetondecke eingesetzt. Darüber entstand ein Stahlträgerdach, unter dem die alten Holzsparren von 1629/30 für die museale Nutzung ihren neuen Platz fanden. In dieser Situation brachten bauliche Schwierigkeiten, die das historische Mauerwerk verursachte, sowie die finanzielle Neuausrichtung des Projektes die Arbeiten zum stocken. Erst 2009 war der Wille soweit gereift, dass ab jetzt die Ausführung eines verkleinerten Museums in Angriff genommen wurde. Man verzichtete auf den Bau von Magazin- und Arbeitsräumen. Das Hauptaugenmerk lag nun auf die Einrichtung der stadtgeschichtlichen Ausstellung im Nordflügel sowie im Kreuzgang des Ostflügels. Als Einlass wurde ein kleiner Eingangsbau an der Stargarder Straße errichtet. Von dort aus startet der Rundgang durch einen neu geschaffenen Durchbruch in den Kreuzgang des Ostflügels (Bild). Die Planung und Gestaltung der Ausstellung lag in den Händen der Hamburg Design-Firma Missal, Gies & Partner. Am 10. September 2013 war es soweit. Im Beisein zahlreicher geladener Gäste wurde die Ausstellung eröffnet. Im Erdgeschoss ist die Geschichte von der Stadtgründung bis zum Dreißigjährigen Krieg dargestellt. Hier beeindrucken die restaurierten mittelalterlichen Räume, in denen vor allem die Sakralkunst eine besondere Wirkung entfaltet. Die Ausstellung findet mit der neuzeitlichen Stadtgeschichte im Obergeschoss ihre chronologische Fortsetzung. Den Rundgang beschließt der Sonderausstellungsraum unter dem Dach. Die breit angelegte Ausstellung besitzt moderne Präsentationsmedien. Sie erlauben eine intensivere Erschließung der Vergangenheit ohne störende Texttafeln in den Räumen. Weiterhin dient die neue Exposition als Tor zur Neubrandenburger Museumsmeile. In ihr können an verschiedenen Standorten im Stadtzentrum interessante Themen zur Historie der Viertorestadt, die am Klosterstandort angerissen wurden, vertiefend erkundet werden.

Rainer Szczesiak, Roga

Bild: Blick auf den Einlass zur Ausstellung über dem der Rathausportalstein von 1585 angebracht ist. Er begrüßte die Gäste mit dem Sinnspruch „Es ist ein köstlich Ding: Friede draußen und Eintracht zu Hause“. Danach stimmen die Nachbildungen der mythischen Adorantinnen auf die Stadtgeschichte ein.

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