MENU NEWS


Kirchenregion Neubrandenburg

Verena von Samson, Weihnachten 2019

Was wäre, wenn…?

Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Sie diesen Gemeindebrief lesen, werden wir am Anfang der Adventszeit sein. Bald nun ist Weihnachtszeit. Weihnachten steht vor der Tür. Die Weihnachtsmärkte haben geöffnet und laden uns ein zu ihrem Treiben. Und wir machen mit - in dieser besonderen Atmosphäre zwischen Shopping und Gemütlichkeit, zwischen Genervtsein und Kerzen. Es ist halt Weihnachten.

Haben Sie sich, haben wir uns eigentlich schon mal Gedanken gemacht, was wäre wenn…? Was wäre, wenn Jesus nicht geboren worden wäre? Sie sind skeptisch?
Bitte stellen Sie sich die Geschichte unserer Welt doch einfach mal bildlich als eine große Landkarte vor. Eine große Weltkarte der Geschichte.
Und dann nehmen wir einen großen Magneten, halten diesen Magneten über diese Weltkarte der Geschichte, einer 2000-jährigen Geschichte, und wir würden mit diesem Magneten alles herausziehen, was seinen Ursprung in Jesus Christus hat.

Was bliebe dann übrig? Wie würde unsere Welt aussehen? Wie würde unsere Welt aussehen, wenn wir alles entfernten, was christlich ist und was in Jesus Christus seinen Ursprung hat?
Welches Jahr haben wir heute? Welches Jahr hätten wir, wenn es nicht nach Jesu Geburt gezählt wäre? Ob unser Geburtstag, das Jahr unseres Schulaschlusses, der Hochzeit, der Geburt unserer Kinder- all dies leben wir in Bezug auf die Geburt Jesu.

Fragen wir nach dem Kern der Bedeutung von Jesus, dann finden wir den Grund in einer unfassbaren Liebe Gottes und dem zugesprochenen Wert eines jeden Menschen. Jesus hat die Zeit und die Welt verändert, weil er jedem - aber auch absolut jedem Menschen  einen Wert zugesprochen hat, den er sich nicht verdient hat, sondern den wir in uns tragen, weil wir Geliebte Gottes sind. Wertgeschätzt in Gottes Augen.

Waren Kinder zur Zeit Jesu etwas wert? Nein, Herodes hat sie aus Machthunger umbringen lassen. Unerwünschte Kinder wurden bei den Römern damals ausgesetzt, das war normal, oder auf einen Müllhaufen geworfen. Die Juden praktizierten dies nicht. Und Jesus stellte später ein Kind in die Mitte und sagte: „Werdet wie sie, denn an ihnen seht ihr das Reich Gottes.“
Menschen haben sich in den vergangenen Jahrhunderten dafür eingesetzt, dass Kinder Kinder sein dürfen, Zugang zu Bildung bekommen, dass ihre Seelen, ihre Körper, ihr Leben besonders schützenswert ist, weil Menschen davon inspiriert waren, wie Jesus die Kinder umarmt und sie in die Mitte gestellt hat.

Wer kümmerte sich um die Armen, die Witwen, die Kranken? Im römischen Reich waren sie zu nichts nutze, außer dass man sie betteln ließ.
Hatte nicht Jesus gesagt: in jedem Kranken, dem ihr helft, in jedem Verzweifelten, den ihr tröstet, in jedem Gefangenen, den ihr besucht, besucht, tröstet, helft ihr mir?

Wurden die Kranken, die Aussätzigen, die Sterbenden nicht von Menschen begleitet, die in Klöstern und Kirchen Herbergen und Orte der Zuflucht geschaffen haben?
Die Liste dieser Veränderungen ließe sich lange fortsetzen.

Nähmen wir alle Gedanken aus unseren Köpfen, alle Häuser aus all unseren Orten, alles das, was in Jesus seinen Ursprung hat, was würde sein? Würden wir alle caritativen Einrichtungen aus unserem Land nehmen, die ein Kreuz, einen christlichen Bezug oder ein Gleichnis Jesu im Namen und im Ursprung tragen, alle Krankenhäuser, Pflegestationen und Hospize, die gegründet wurden, weil Menschen von Christus inspiriert waren,- was würde sein?

Nähmen wir aus unserer Welt alle Würde, alle Formen des Zusammenlebens, alle Wertschätzung, die sich auf Jesus und auf sein Menschenbild beziehen... Was würde sein?
Gleich, wie jemand zu Jesus als dem Wort Gottes steht, seine Geburt können wir in jedem Fall kräftig und dankbar feiern.

Pastor Jörg Albrecht

zurück