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Kirchenregion Neubrandenburg

Epheser 2,19

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen
und Gottes Hausgenossen.“
( Eph. 2, 19 )

Die letzte Strophe der Lieder zum Kirchenjahresende im Evangelischen Gesangbuch (154,6) ist von Jürgen Henkys gedichtet und wird leider kaum einmal gesungen: „Mit allen Heilgen beten wir dich an. Sie gingen auf dem Glaubensweg voran und ruhn in dir, der unsern Sieg gewann! Halleluja! Halleluja!“
Mir scheint, wir Evangelischen haben es wohl noch immer ein wenig schwer mit den Heiligen – zu sehr und zu lange sind sie ja doch katholisch und zu groß ist die Sorge, in theologische Schieflage zu geraten, ließen wir uns zu weit mit ihnen und auf sie ein.
Dabei sind da sehr besondere und beachtliche Leute darunter:
• Ein Martin, der um Christi willen den Waffenrock ablegt und vorerst sogar der kirchlichen Karriere glatt entgehen will…
• Ein Georg, der in tiefer christlicher Gesinnung sich an Drachen und andere Biester wagt…
• Ein Christophorus, dem es gar nicht peinlich ist, die Grenzen eigener Kraft und Macht zu registrieren und zu akzeptieren…
• Eine Elisabeth, die alles riskiert und ihrem Ethos der Nächstenliebe rückhaltlos treu bleibt…
• Eine Mutter Teresa, die den Schmutz der Slums nicht scheut in der Nachfolge des Gekreuzigten…
• All die Frauen und Männer in den 2000 Jahren Christentumsgeschichte, die ihren Glauben nicht verraten haben – auch nicht angesichts ihnen drohender Gewalt…
Ich finde es schön und hilfreich, dass mir (fast) täglich solche Glaubensvorbilder im Heiligenkalender begegnen und mich ermahnen, wenn meine kleine private Feigheit sich meldet und meine Bequemlichkeit jammert, weil vielleicht Einsatz nötig wäre oder Behelligung dräut….
Und auch darüber bin ich sehr froh, dass die wichtigste evangelisch – lutherische Bekenntnisschrift, die Confessio Augustana – das Augsburger Bekenntnis von 1530 - in ihrem Artikel 21 „Vom Dienst der Heiligen“ (vgl. EG S. 1573) Selbigen Ehre und Würde gibt: Weil das Gedenken an die Heiligen unseren Glauben stärkt und ihr Wirken Beispiel und Vorbild ist für uns im Alltag.
Daher plädiere ich für eine Ausweitung der staatlichen Feiertagsregelungen den 1. November betreffend: Auch Evangelische können, dürfen und sollen „Allerheiligen“ als bedeutsamen kirchlichen Festtag begehen.

Pastor Christian Finkenstein

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