Israel in Vergangenheit und Gegenwart

Eine Jugendreise

Jugendliche, viele aus den verschiedenen
ökumenischen Gemeinden unserer Stadt
waren während der Herbstferien mit Unter-
stützung des Dreikönigsvereins in Israel.
Pastor Jörg Albrecht und Fred Budnik
leiteten die Gruppe.

23 Jugendliche aus Neubrandenburg und Umgebung hatten in den Herbstferien die Möglichkeit, das „Heilige Land", Israel, zu erkunden. Ermöglicht wurde die Reise vom Dreikönigsverein.
Nach dem Flug in der Nacht ging es in Tel Aviv los mit einem Spaziergang zum Sonnenaufgang am Mittelmeer. Es konnten erste Eindrücke von dem Land gesammelt werden, und auch das Frühstück am Morgen begrüßte die Gruppe entsprechend der Kultur mit arabischem Kaffee und Humus.

Wir besuchten Jaffa, Haifa, Akko, Nazareth. Und viele christliche Orte bekamen die Aufmerksamkeit der Gruppe, so der Berg der Bergpredigt Jesu, die Stadt Kapernaum und andere Orte am See Genezareth.

Besonders beeindruckt waren wir von „Yad Vashem", der Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert. „Yad Vashem war beeindruckend und erschreckend zugleich. Viele von uns haben viele neue Dinge des Holocaust gesehen und gelernt," erzählt Anna Nötzel. Im „Tal der verlorenen Gemeinden", das zur Gedenkstätte gehört, war zu sehen, dass vor 1933 auch in Neubrandenburg eine jüdische Gemeinde existiert hat.

Erstaunt waren alle, wie die Juden bei der Einweihungsfeier einer neuen Thorarolle in einer Synagoge beim Laubhüttenfest uns Deutsche aufgenommen und zum Mitfeiern eingeladen haben. Zusammen wurde getanzt und gesungen. „Die Kultur ist einfach offener, obwohl sich das Land in einer politisch komplizierten Lage befindet. Ich war überrascht, dass die Menschen uns als fremde Gruppe so herzlich aufnehmen", schwärmt Marieke Schürgut.
Ein weiteres besonderes Highlight der Reise war aber auch der eintägige Besuch von Bethlehem. Reiseleiter Gershon durfte als Israeli aufgrund der politischen Umstände nicht in die Stadt. Faten Mukarker lebt mit ihrer Familie in einem Nachbarort von Bethlehem. Die Friedensaktivistin zeigte der Jugendgruppe die Geburtskirche Jesu. Sie erzählte aber auch von der permanenten Bedrohung des Alltags der Menschen, die hinter den Mauern von Bethlehem leben. „Die Abwesenheit von Krieg ist nicht gleich Frieden. Wir sind einfach müde nach über 60 Jahren ohne Frieden“ berichtet die palästinensische Christin. „Die einzige Hoffnung für uns sind die Wunder. Und wer nicht an Wunder im Wunderland glaubt, ist kein Realist.“

Aber auch die Besichtigung der Klagemauer in Jerusalem, dieser heiligen Stätte der Juden, werden wir nicht vergessen. „Es gibt Menschen mit einem Herzen aus Stein, und es gibt Steine mit einem menschlichen Herzen, so wie die Klagemauer“, sagt Reiseleiter Gershon über die Mauer.
Für Erfrischung bei den heißen Temperaturen im Land sorgte das Tote Meer mit seinen 30 Grad auch nicht, dafür für eine ganz neue Erfahrung, denn das Wasser trägt aufgrund seines außergewöhnlich hohen Salzgehalts den menschlichen Körper sehr gut. Das einheimische Essen lernten wir kennen, denn zum Mittag wurde immer etwas Typisches wie zum Beispiel Falafel (Gebackende Kügelchen aus Kichererbsen und Salat in runden Brotfladen) verspeist.
„Die Reise war der Wahnsinn und wurde mit vielen neuen Eindrücken geprägt. Es war sehr schön, aber auch anstrengend. Wir haben so viele Einsichten in das Leben, die Geschichte und die Kultur Israels bekommen. „Wir werden uns wohl immer an die Reise erinnern“, sagt Anna Nötzel.
Das meint auch Maria Bende: „Die Reise nach Israel war beeindruckend. Die Menschen und die Kultur haben mich fasziniert, da so viele Glaubensrichtungen dort aufeinandertreffen.
Das war wirklich eine unvergessliche Woche.“

(leicht gekürzter Bericht von Charlott Resske)