Neubrandenburg Oststadt - wie es anfing

Staat: Wohnungen bauen für junge Familien, für Facharbeiter aus dem ganzen Land, für Menschen aus unbewohnbar gewordenen Altbauten.
Kirche: Zuziehende Menschen begrüßen, sie aufeinander aufmerksam machen, zusammenkommen in Wohnstuben. Worüber gesprochen wird? Christsein im Sozialismus - wie sieht das aus? Die Botschaft der Bibel - was sagt sie uns heute? Glauben lernen - wie geht das?
„Wir kommen von der evangelischen Kirche. Wir möchten Sie gern besuchen, falls Sie einen Besuch wünschen.“ So der Begrüßungsspruch vor der Korridortür. Wohnung für Wohnung, Aufgang für Aufgang. „Wir“, das sind die neu gefundenen Gemeindeglieder. Auch helfende kirchliche Mitarbeiter aus der Nachbarschaft. Freude, wenn einer unter zehn Angesprochenen in seine Wohnung einlud.


Die Frage nach Kirchenräumen im Wohngebiet wird von Anfang an diskutiert. Für Gottesdienst, Taufe, Abendmahl steht neben einer Wohnung noch die Kirchbaracke in Küssow, manchmal auch Kirchenraum in der Innenstadt zur Verfügung. Erst einmal entsteht Gemeinde in Wohnhäusern. Durchaus keine Notlösung.
Erste Hausbesuche ab 5.8.1971, erster Besuchseinsatz durch eine Gruppe Diakone ab 15.10. mehrere Tage hintereinander, erste Christenlehrestunde am 28.10., erste Bibelstunde und Taufgespräche am 5.11., der erste Hauskreis entsteht am 17. 11.1971.
Das Bibelwort Matthäus 28,19f. „Gehet hin in alle Welt …“ erfüllt sich mit Segen.

Wolfgang Lück, Pastor i.R.