MENU NEWS


Kirchenregion Neubrandenburg

Monatsspruch März 2015

„Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?“ (Röm. 8, 31)

In den ersten Tagen dieses neuen Jahres 2015 habe ich zwei alte Frauen am Krankenbett besucht. Die eine der beiden war im Winter `45 mit den Kindern und den Großeltern aus Ostpreußen vor der nahenden russischen Front mit ein paar Koffern auf dem Handwagen geflüchtet. Und es hatte lange gedauert, bis sich die Familie wiederfand und sich eine bescheidene Existenz aufgebaut hatte hier im Osten Mecklenburgs. Und vor einigen Jahren dann musste diese Frau miterleben, wie erst der Mann und dann die Kinder verstarben. Nun, da sie das eigene Ende ahnt, tröstet sie sich und mich, indem sie auf ihr Losungsbüchlein und die Bibel zeigt unter dem Nachttisch und mit strahlendem Gesicht sagt: „Ich danke Gott von Herzen für mein Leben!“
Die Andere hat entsetzlich schlimme Jahre in den Lagern der sowjetischen Arbeitsarmee durchlitten. Doch weder Sibirien noch Hunger noch Einschüchterung konnten ihr den Stolz, die Ehre und die Würde nehmen. Im Tiefsten wusste sie sich von Gott gehalten und ihr Vertrauen in seine Güte war und blieb unerschütterlich.
Diese beiden Frauen haben – ebenso, wie der Apostel Paulus -  nicht den geringsten Zweifel daran, dass Gottes Liebe und Güte über alle Maßen groß und stark sind. Angst, Hunger, Gefahr, Hass, Verfolgung, Leid – all die schlimmen Mächte unserer Welt und unseres Lebens können nicht aufkommen gegen Gottes „JA“ zu uns Menschen in seinem Sohn Jesus Christus. In dieser Gewissheit bestehen Menschen ihr Leben und sind zuletzt sogar noch dankbar!
Ich bin tief beeindruckt von der Glaubensgewissheit dieser beiden Frauen. Und ein bisschen schäme ich mich schon, wie schnell ich mein eigenes Geschick manchmal bemeckere und beklage, wenn nicht alles rund läuft.
Gut, dass solche Glaubenszeug(inn)en immer wieder einmal mein kleines Gottvertrauen bestärken.

Christian Finkenstein

zurück

Nach oben